Mein Reitertagebuch – Wochenbericht KW 3 + 4

HÜ UND HOTT IM REITERLEBEN

imageSo schnell sind schon wieder zwei Wochen um und sie waren sehr erlebnisreich! Den ursprünglichen Plan mit einem wöchentlichen Tagebuchbericht habe ich noch nicht einhalten können und der heutige Eintrag geht wieder über den Zeitraum von zwei Wochen.

Zum Start in die dritte Kalenderwoche hatte ich mir vorgenommen, wieder etwas in der Halle zu reiten, was ich Montags und Dienstags auch gemacht habe. Am Montag bin ich hauptsächlich Schritt und Trab geritten und nur ein kurzes Mal auf beiden Seiten galoppiert. Dienstag kam dann etwas mehr Galopp dazu. Ich muss sagen, mein Pferd hat gar nicht so gewirkt, als ob die Reitunterbrechung durch die zwei Mal verlorenen Hufeisen so eine große Auswirkung auf seine Kondition hatte. Im Gegensatz zu meiner! Ich musste ganz schön pusten und war vor allem am Dienstag nach dem Reiten ganz schön geschafft. Mein Pferd hatte ich in der Zeit ohne rechtes Vorderhufeisen weiterhin bewegt, eben vom Boden aus und zumeist in der Longierhalle beim Laufenlassen. Das hat seiner Kondition keinen Abbruch getan. Nach dem Reiten war er sogar weniger verschwitzt als nach der Bodenarbeit. Wobei das auch nachvollziehbar ist, denn ich hatte ihn beim Reiten nicht so viel beansprucht, weil mir ja die Puste schnell ausging, denn ich hatte keinen Ausgleichssport gemacht.

Was allerdings bei ihm nachgelassen hat, ist die Beweglichkeit, er wirkte ein wenig steifer als davor und daran müssen wir definitiv mehr arbeiten. Ich bin am überlegen, ob ich ihn beim Laufenlassen wieder mit dem Kappzaum an die Longe nehme oder mit dem Longiergurt gelegentlich nen Hilfszügel reinschnalle, damit er mehr in Stellung läuft. Beim Reiten werde ich auf jeden Fall wieder Übungen mit ihm machen, die nach und nach mehr Biegung und Stellung verlangen, sowie regelmäßig Seitengänge dazu nehmen.

Die restliche dritte Kalenderwoche war ich beruflich im Ausland, bin logischerweise nicht geritten und er hatte Freizeit auf der Koppel mit seinen Pferdefreunden. Prompt hat er schon wieder das rechte Vorderhufeisen verloren, zum dritten Mal! Ich werde echt noch warnsinnig, mit diesem Hufeisen.
Eigentlich reite ich nicht, wenn er ein Eisen verloren hat. Deswegen gab es Sonntags mal die große Ausnahme, dass ich einen kurzen Schrittausritt gemacht hatte. Erstens um zu sehen, ob es überhaupt geht, denn wenn er fühlig ist, macht es keinen Sinn und ich wäre abgestiegen. Es ging erstaunlicherweise und wir sind oft am Wegesrand im weichen Matsch entlang.
Danach gings zur großen Putzaktion zurück. Erst das Pferd, dann das Sattelzeug. Ich hatte sogar seinen Schweif gewaschen, denn der hatte es bitter nötig.

Am nächsten Tag, dem Montag in der vierten Kalenderwoche sollte eigentlich ein besonderer Termin sein, der vielleicht zum Glück ausfiel. Der Termin mit dem Hufschmied in der Woche glückte aber und mein Pferd hatte wieder vier Eisen drauf. Weswegen ich ihn zwar nicht gleich wieder geritten bin, doch ohne Bedenken das übliche Programm in der Longierhalle machen konnte.
Am Freitag stand dann schon wieder Schweif waschen an, was echt eine Tortour ist, denn es ist derzeit das Wasser am Waschplatz abgestellt bzw. eigentlich ist die Pumpe kaputt und aus mir nicht bekannten Gründen, wird sie seit Wochen nicht repariert. Bei uns im Stall stöhnen schon alle über das ständige Eimer und Gießkannen schleppen, was leider bei dem nassen Wetter und dem vielen Matsch doppelt so nervig ist, wenn man kein Wasser aus dem Schlauch hat. Zum Schweif waschen hatte ich sechs Mal den Eimer befüllt, bis er sauber zu nennen war.

Dafür gab es dann die erfreuliche Nachricht, dass es am Samstag wieder ein Freispringen gibt und ich konnte glücklicherweise noch einen Platz ergattern. Leider wurde die Organisation geändert.
Bisher hatte man eine halbe Stunde pro Pferd Zeit, jetzt waren es nur 20 min und es musste eine weitere Person dabei sein, die sozusagen die Aufsicht hat. Die Reitlehrerin, die es diesen Samstag übernahm, kennt aber mein Pferd nicht und stand mit langer Longierpeitsche in der Halle, vor der mein Pferd ziemlichen Respekt zeigte und wie ein Irrer abging.
Ich hatte ihn zuvor ein wenig in der Longierhalle aufgewärmt, auch galoppieren lassen, wobei er relativ brav war. In der Reithalle startete dagegen durch, legte sich im hohen Tempo in die Kurve und raste auf die zwei Hindernisse zu. Das gefiel mir überhaupt nicht. Bisher lies ich ihn erst paar Mal aus dem Trab springen und dann erst im Galopp. Leider machte die Reitlehrerin mit ihrer Peitsche soviel Druck, dass er zwar schön in die Ecke lief und nicht den Weg abschnitt, aber in viel zu hohem Tempo rannte. Ich sagte ihr dann, dass es so nicht für mich funktioniert. Worauf der Kommentar kam, dann soll ich das Freispringen eben bleiben lassen, denn die andere Aufsichtsperson würde mein Pferd erstrecht treiben, obwohl man das bei meinem Pferd nicht muss, denn er ist vom Naturell her ein lauffreudiges Pferd.
Ich fand die Antwort unmöglich, sagte doch nichts dazu, sondern meinte, man muss sich vorher absprechen und die Hindernisse anders aufbauen, am besten erst mal mehrere kleine Hindernisse, in solchen Abständen, die ein Pferd automatisch im Trab nimmt. Ich werde dem Ganzen natürlich nicht absagen, das hätte sie oder andere vermutlich gerne, denn jetzt können pro Termin nur noch drei Leute teilnehmen, vorher waren es sechs bis sieben.
Aus mir nicht bekannten Gründen, will angeblich der Stallbetreiber diese Änderungen, was mir merkwürdig vorkommt. Leider gibt es jetzt Leute im Stall, die ihr Pferd dann nur noch in der Longierhalle frei laufen lassen können und nicht mehr in der Reithalle, weil sie eigentlich den Freispringtermin nie zum Freispringen, sondern nur zum laufen lassen genutzt haben. Aber genau das soll der Reitanlagenbetreiber nicht mehr wollen, was keinen Sinn macht. Ich vermute, da stecken Absichten von evtl. ganz anderen Personen dahinter und es geht nicht um den Hallenboden.
Leider passieren in vielen Reitanlagen immer wieder solche dummen Regelungen, die zum Nachteil der Einsteller erfolgen und manchmal fragt man sich, warum man sich sowas eigentlich als zahlender Kunde gefallen lassen muss. Aber das ist ein anderes Thema, über das ich auch noch schreiben werde.

Das Highlight der Woche war dann ein ganz besonderer Termin. Was das war behalte ich noch für mich und werde euch voraussichtlich in zwei Wochen davon berichten können.
Das restliche Wochenende ließ ich es nach dem chaotischen Freispringen etwas ruhiger angehen, mit einem Spaziergang mit meinem Pferd und ein wenig Laufenlassen in der Longierhalle.
Nächste Woche steht dann wieder richtig reiten auf dem Plan, worauf ich mich sehr freue.

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