Meine Freizeitreiterziele für 2018

Der Langsamste, der sein Ziel nur nicht aus den Augen verliert, geht immer noch geschwinder als der, der ohne Ziel herumirrt.
G. E. LESSING

Am Jahresanfang ist für viele Menschen der Zeitpunkt, sich über das kommende Jahr Gedanken zu machen. Wer beruflich in ein Unternehmen eingebunden ist, der wird es erstrecht kennen, dass es Ziele gibt, die erreicht werden sollen. Jeder Einzelne bekommt eine Zielvorgabe bzw. macht idealerweise eine Zielvereinbarung aus, d.h. eine die im gegenseitigen Einverständnis ist.

Im Privaten ist man in der Regel sein eigener Chef und muss sich selber managen. Der ein oder andere hat sich gute Vorsätze vorgenommen, hat bereits feste Planungen laufen und weiß ganz genau was das Jahr über passieren soll. Man denke nur daran, wenn jemand beispielsweise ein Haus baut oder eine längere Reise machen möchte. Im sportlichen Sinne gibt es diese Jahrespläne selbstverständlich ebenso.
Nur so etwas hatte ich mir in meinem Leben noch nie gemacht. Es gab nie einen Turnier- oder Trainingsplan. Ich muss gestehen, ich bin eher ein Mensch, der so vor sich hin lebt und die Dinge so nimmt wie sie kommen. Vielleicht war das bisher ein Fehler? Möglicherweise bin ich auch deshalb kein Turnierreiter?
Andererseits kann man auch als Freizeitreiter Ziele haben. Diese existieren in mir schon seit einiger Zeit, manche davon schon seit Jahren. Ich habe sie noch nie aufgeschrieben und noch nie jemandem erzählt, sie dümpelten so in meinem Kopf als Idee herum. Es waren keine ernsthaft ins Auge gefassten Ziele und solange ich nicht weiß, ob sich ein Ziel tatsächlich realisieren lässt, spreche ich lieber von einem Wunsch.
Nun kommt eine Premiere, ich veröffentliche ein paar dieser Wünsche hier auf meinem Blog und stelle mir selbst damit eine Planung auf. Die Wünsche werden zu Zielen. Irgendwie eine Selbstverpflichtung, etwas für diese zu tun, sie umzusetzen, den Weg in diese Richtung zu beschreiten und sie, wenn alles klappt, auch zu erreichen.
Mein Liste, ist querbeet und bunt gemischt. Sie enthält alles woran ich in den gut zweieinhalb Jahren, in denen ich mein jetziges Pferd besitze, mal gedacht habe es zu tun, aber es nie getan habe.

– Hängerführerschein machen
Man mag es kaum glauben, ich fahre seit vielen Jahren immer ein Auto mit Anhängerkupplung. Einen Pferdeanhänger kann ich mir jederzeit kostenlos ausleihen. Doch den Lappen dazu besitze ich nicht. Ziemlich dämlich würde ich mal sagen. Deswegen kommt dieser Punkt ganz oben auf die Liste. Denn mit Hängerführerschein kann ich mir viel leichter einige der anderen Wünsche erfüllen.

– Mehrstündige Ausritte machen
Ich bin letztes Jahr recht viel ausgeritten und habe zu meiner Freude ein neues Ausreitgelände entdeckt, in das leider niemand aus meinem Stall hinreitet, weil man dazu über die Autobahn muss. Dieses Gelände möchte ich sobald es nicht mehr so kalt und nass ist, weiter erkunden, um längere Strecken zu reiten und die Ausrittzeit von bisher maximal nur eineinhalb Stunden auf mindestens das doppelte oder mehr zu erhöhen.

– Im Wald reiten
Vermutlich für manche ebenfalls sehr verwunderlich. In allen Reitställen, in denen ich bisher mit meinem jetzigen Pferd stand, war kein Wald in unmittelbarer Nähe. Man hätte eine ganzes Stück reiten müssen, um überhaupt etwas zu erreichen, was man Wald hätte nennen können. Einmal bin ich es angegangen und mehrfach losgeritten, um die Strecke zu trainieren und prompt ist mein Pferd wieder ausgefallen. Jetzt ist der Wald schon wieder ein ganzes Stück weg und ich muss die Autobahn, zwei Landstraßen überqueren und ein Wohngebiet durchreiten, um im Wald zu sein. Oder ich pack mein Pferd in den Hänger, als einfache Variante.

– An den Fluss reiten
Bei uns in der Gegend fließt ein großer Fluss entlang, an diesem soll es Stellen geben, an denen man mit dem Pferd ins Wasser kann. Dahin möchte ich diesen Sommer reiten. Man wäre halt paar Stunden unterwegs, für Hin- und Rückweg und muss wieder einige Straßen überqueren. Sowas mache ich natürlich nicht von heute auf morgen, sondern muss mich und mein Pferd sukzessive in der Kondition trainieren, damit wir es ohne Schäden überstehen.

– An einem Gruppenausritt teilnehmen
Ich bin mit meinem jetzigen Pferd anfangs ein paar Mal mit anderen ausgeritten. Er war sehr lieb und gut händelbar. Ich konnte ihn vorne wie hinten reiten und das Tempo gut regulieren. Er zog mit der Gruppe mit, wobei er auch nicht gerade der Schnellste ist. Außer es geht ums sich Erschrecken, er rennt dann mit und hüpft zur Seite, wenn andere abgehen, allerdings läßt er sich schnell wieder durchparieren und wird nicht kopflos. Ich werde dieses Jahr mal die Leute aus meinem jetzigen Stall fragen, ob nicht doch mal einer ausreiten möchte. Die jüngeren tun es, nur die älteren, mit denen ich eher etwas zu tun habe, leider weniger. Notfalls schau ich mal in den umliegenden Ställen, vielleicht findet sich da jemand gleichgesinntes?

– An einer Jagd teilnehmen
Als ich diesen Herbst bei der Jagd zugesehen habe, wurde der Wunsch stärker, auch einmal an so einer teilzunehmen. Dazu bedarf es auf jeden Fall ein sehr fittes Pferd, denn diese Jagd ging über 20 km und hatte einige Galoppstrecken dabei. Springen würde ich nicht, aber auch so wäre es anstrengend genug für mein Pferd. Was mir dazu leider fehlt, ist die Erfahrung in der Gruppe und die passende Kondition.

– Eine Dressurprüfung reiten
Zum Schluss kommt dann doch die Dressurreiterei auf die Liste. So ganz will ich mich nicht von dem Gedanken verabschieden. Denn ich möchte mein Pferd, der ja eine fortgeschrittene Ausbildung in seinem Leben genossen hat, wieder mehr dressurmäßig reiten und nicht nur im Gelände rumzockeln. Das Dressurtraining kann logischerweise auch ins Gelände gelegt werden und wir beiden übten schon öfters auf dem ein oder anderen Feldweg Seitengänge, Übergänge, Tempiwechsel oder fliegende Wechsel. Um das Dressurreiten in klassische Bahnen zu bringen, habe ich vor, die ein oder andere Dressurprüfung daheim mal ganz ungezwungen nachzureiten. Ich denke daraus ergibt sich automatisch der ein oder andere weitere Trainingsanreiz. Ob dann evtl. zu Jahresende tatsächlich eine Prüfung auf einem richtigen öffentlichen Turnier ansteht, hängt vor allem vom Gesundheitszustand von mir und meinem Pferd ab. Sind wir beide fit und es wäre keine riesige Blamage, dann starten wir. Wenn nicht, dann haben wir uns zumindest weiter entwickelt und gewiss Neues dazu gelernt.

So das ist der Plan mit meinen Freizeitreiterzielen für 2018. Damit ist der erste und möglicherweise schwierigste Schritt getan. Öffentlich zu schreiben, was mir so im Kopf rumschwebt und mich damit logischerweise daran messen zu lassen, ob ich es erreiche oder nicht. Ich denke, die Ziele sind alle realistisch und machbar. Es sind keine Traumschlösser, die so weit entfernt sind, dass ein Wunder geschehen müsste, sie zu erreichen. Dennoch sind sie aus meiner Sicht herausfordernd, denn sie verlangen ein konstantes Training, Selbstreflektion und Ausdauer, im körperlichen wie geistigen Sinne.

Was für Pläne habt ihr oder sind es still gehegte Gedanken, die vielleicht mal konkret ausformuliert werden könnten? Wer hat den Mut und mag es in die Kommentare schreiben?

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