Wann soll ich mein Pferd eindecken?

UND JÄHRLICH GRÜSST DAS MURMELTIER ODER IST DIESES JAHR ALLES GANZ ANDERS?

Jetzt haben wir Oktober 2017 und wie jedes Jahr wird es trotz Klimawerwärmung doch merklich kühler als noch im Sommer. Vor allem die Nächte und frühen Morgenstunden, zu denen ich meistens noch im Bett liege, sind im Herbst recht frisch. Heute möchte ich mich aus aktuellem Anlass dem Deckenthema widmen und ein wenig davon erzählen wie ich es bisher mit dem Eindecken handhabe.

Wie lebt mein Pferd eigentlich?
Wenn ich mich morgens in den Federn nochmal umdrehe, steht mein  Pferd gewiss schon auf seinen vier Beinen und zieht sich nicht noch mal die Decke über die Ohren. Er hat keine Decke, sondern nur ein Bettchen aus Stroh, das befleckt ist mit einzelnen “hot spots” aus seinen warmen Pferdeäpfeln, auf die er sich gerne (?) drauf legt. Durch die offene Außenboxentür zieht die kühle Luft herein bzw. es kommt zu einem Wärmetausch, denn er heizt durch seine eigene Körperwärme und die der Nachbarpferde den Stall auf. Es ist wie ein Zimmer mit offenem Fenster.
Der Stall ist in Richtung Süden ausgerichtet  und über den vorne offenen Boxen ist ein kleines Vordach, so dass auch der Regen nicht in die Boxen gelangt. Es gibt neben dem Ausguck über der Tür noch ein weiteres offenes Fenster. Mein Pferd steht damit immer an der frischen Luft.
Er ist erst vor wenigen Monaten in diese Box umgezogen. Die letzten beiden Winter stand er in einer Innenbox, die in eine große Scheune eingebaut war. Vergleicht man diese beiden Haltungsformen, lebt mein Pferd dieses Jahr sicherlich in einer kühleren Umgebung als letztes Jahr. Das bringt in mir die Überlegung auf, ob ich dieses Jahr noch zum gleichen Zeitraum eindecken soll oder ob ich es evtl. schon früher tun soll.

Warum überhaupt eindecken?
Mein früheres Pferd habe ich im Winter nie eingedeckt, also zumindest nicht im Stall und auch nicht bei den paar Stunden draußen auf dem Paddock. Er wurde nämlich bei richtig schlechtem Wetter gar nicht erst rausgestellt, sondern blieb solange drinnen, bis das Wetter an dem Tag besser wurde und kam nur eine kürzere Zeit raus. Das führte dazu, dass er den Großteil der Zeit in der Innenbox stand, vor allem im Winter. Dennoch gehörte er zu den Pferden, die ziemlich puschelig im Winter wurden. Ich habe ihn trotzdem nie geschoren, denn wir ritten auch im Winter fast immer draußen. Damals hatte ich noch die Zeit bzw. habe sie mir genommen, ihn lange trocken zu reiten. Falls er doch mal noch nass war, bekam er eine Abschwitzdecke mit Stroh darunter auf und konnte so recht gut trocknen, ohne auszukühlen. So lief das 17 Jahre lang.
Mein jetziges Pferd hatte in den zwei Wintern, seitdem er mir gehört, ein weit aus dünneres Fell entwickelt als mein früheres Pferd oder auch als andere Pferde im gleichen Stall. Von der Vorbesitzerin weiß ich, er entwickelt wohl nie so ein dickes Fell wie andere Pferde und wurde immer im Winter eingedeckt. Also habe ich das ebenfalls gemacht.
Die Entscheidung zum Eindecken kam somit durch einen Erfahrungswert. Die Frage, ob mein Pferd auch ohne Decke dünnes Fell behält oder sich anpassen würde, kann ich jetzt aus eigener Erfahrung mit ihm nicht beanworten. Momentan möchte ich es auch nicht ausprobieren, denn das dünne Fell hat Vorteile. Er trocknet dadurch nach dem Reiten zum Glück recht schnell.

Was ist dieses Jahr anders?
Seitdem es die letzten drei Wochen schon deutlich kühler wurde, hat er bereits das Fell gewechselt und ist nach meiner Einschätzung mit einem dichteren Fell ausgestattet als er es letztes Jahr noch zur gleichen Jahreszeit war. Meiner Meinung nach hat die Dichte des Fells etwas mit den Wetterbedingungen zu tun, so dass man gar nicht auf die Woche genau von Jahr zu Jahr vergleichen kann. Dennoch denke ich durch seine neuen Lebensumstände in der Außenbox bekommt er vor allem Nachts stärkere Kältereize als noch in der Innenbox und hat deshalb schon mehr Fell als letztes Jahr.
Es gibt Artikel, in denen steht, der Fellwechsel hängt mit dem Dauer der Sonnenstunden zusammen (Photoperiodismus) und es wäre völlig egal, ob man eindeckt oder nicht, doch welche Rolle die Temperatur im Genauen spielt, also bei welcher Temperatur wie viel Fell produziert wird, wurde nicht so recht erläutert. Es bleibt also bei einer Pi mal Daumen-Aussage, denn die Pferderasse und damit die genetische Veranlagung verhindert eine generelle Aussage wie viel Fell ein Pferd produziert. Es ist alles individuell zu betrachten, Jahreszeit, Wetter, Haltung, Nutzung, Genetik. Mein Eindruck ist, mein Pferd hat etwas mehr Fell als letztes Jahr und der Fellwechsel an sich findet zum gleichen Zeitraum statt.

Welche Decke ist die richtige?
Er ist tagsüber, genauso wie die letzten beiden Jahre, für acht Stunden draußen komplett dem Wetter ausgesetzt, egal ob es regnet oder die Sonne knallt. Außer wenn es kochend heiß wurde, dann kam er diesen Sommer doch mal rein. Regnet es, rennt niemand hin und holt ihn in den Stall, um ihn vor den Tropfen zu schützen. Er trägt, sofern der Wetterbericht zuverlässig war, eine Regendecke. Die bekommt er allerdings nicht auf, wenn es nur drei Tropfen regnet, sondern nur wenn es richtig schüttet und wenn es tagsüber unter 15°C bleibt. Das ist inzwischen der Fall.
Momentan bekommt er bei Regenwetter die dünnste Regendecke auf, die ich besitze. Sie hat eine ganz dünne Bauwollstoffschicht auf der Innenseite. Das reicht völlig aus, wenn es knapp unter 15°C hat und nicht aus Kübeln schüttet. Wird es einen Tick kälter, also unter 10°C bekommt er eine andere Regendecke drauf. Die zweite Decke ist eigentlich nicht deutlich dicker, nur ist die Außenschicht wasserfester und die innere Stoffschicht ist ein Fleecematerial. Als dritte Decke habe ich eine richtig dick gefütterte Decke für den knackig kalten Winter. Letztes Jahr hat er die drauf bekommen als es über längere Zeit Minusgrade hatte. Damit sind wir letztes Jahr gut ausgekommen. Zumindest hoffe ich es, dass mein Pferd nicht gefroren hat.

Soll ich weitere Decken kaufen?
Im vorigen Stall hatten wir den Luxus eines beheizten Deckenraumes. Jeder hatte einen eigenen Halter auf dem man seine ganzen Decken, auch die Abschwitzdecken, sammeln konnte. Besonders praktisch waren die noch freien Deckenhalter direkt unter dem Warmluftgebläse. Ich konnte nämlich die klamme Regendecke in der Zeit, in der ich mein Pferd versorgt und geritten habe, darüber hängen und nach den ca. 2 Stunden relativ oder sogar ganz trocken wieder aufs Pferd legen. Diesen Luxus habe ich im neuen Stall nicht. Leider gibt es keinen Deckenraum und wenn man eine nasse Decke hat, gibt es momentan ein Problem mit dem schnellen trocknen. Die Decken werden über Stangen in freien Boxen aufgehangen und trocknen dort nach Auskunft der anderen Einsteller nicht gut.

Also habe ich heute neue Decken bestellt und RidersDeal [Werbelink] noch mal ne Chance gegeben. Ich bin gespannt, welche Qualität die Decken haben werden und berichte euch gerne hier auf meinem Blog darüber.

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